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Mir halfen:

  • das Führen eines Tagebuchs im Computer. Die völlig wirren und verwirrenden Gedanken und Gefühle fanden so einen Ausdruck, wurden schon während des Schreibens ein wenig klarer.
  • die Internetseite www.leben-ohne-dich.de von Tina und Bodo Fritsche. Ich war gerade in der ersten Zeit sehr viel auf diesen Seiten, einem Forum für verwaiste Eltern, in dem sie sich untereinander austauschen, gegenseitig Trost spenden und an den besonderen Gedenktagen (Geburtstag und Todestag) liebevoll an die Kinder denken.
     
  • ebenfalls die Seite der GEPS (gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod), auf der ich Hinweise und Erklärungen für unser Fühlen und Denken fand - und auch die Hoffnung darauf, dass das Leben trotz allem weitergeht
  • Bücher waren ebenfalls von großer Bedeutung für mich: ich musste ALLES wissen, was Eltern empfunden hatten, die ebenfalls ihr Kind/ihre Kinder verloren hatten. Wie hatten sie überlebt?! Wie kann man mit einem solch riesengroßen Schmerz umgehen? Wo bekomme ich Hilfe? Was ist "normal" in der Trauer? Außerdem las ich alles, was es über die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod gab, Christliches, Esoterisches, und andere Glaubensrichtungen. Eine gute Auswahl an Literatur für verwaiste Eltern findet man bei "Leben-ohne-Dich".
  • Alexander half Mountainbiken, Joggen, Yoga und meditatives Bogenschießen, das er in dieser Zeit für sich entdeckte
     
  • Was mir auch immer ein Trost war, waren und sind die kleinen "Botschaften" am Grab von Julia und Tobias - kleine Sträußchen von Gänseblümchen, Kuscheltiere, ein Zweig mit Johannisbeeren (die die beiden so gerne mit den Nachbarskindern in unserem Garten pflückten und aßen), kleine selbst gemalte Bilder mit liebevollen Widmungen, 2 Röschen, eine Kerze... Es tut gut, dass immer noch Menschen, gerade auch Kinder, an unsere beiden Schätze denken und ihr Grab besuchen. Sicher wird es jetzt mit der Zeit weniger, aber umso mehr freut es mich, etwas vorzufinden.
     
  • Das gerahmte Sterbebildchen von Julia und Tobias hängt noch immer in Julias Gruppenraum vom Kindergarten. Ihr Garderobenhaken wurde im Folgejahr nach ihrem Tod freigehalten. Diese kleinen und doch so großartigen Zeichen der Anteilnahme tun so unendlich gut. Danke auch  vorallem an Frau Hamann, Frau Cerovsky, Melanie und die anderen mitfühlenden Kindergärtnerinnen!!!!
     
  • erst vor kurzem (Januar 2005) kam mir, angeregt von einer befreundeten ebenfalls betroffenen Mutter, die Idee, eine Art Erinnerungsalbum herumzugeben, in der jeder, der Julia und Tobias kannte, seine liebste Erinnerung an die beiden aufschreiben kann. Ich freue mich schon sehr auf die Einträge. Genauso wie Fotos, die man uns nach dem Tod der beiden noch brachte - und die wir bis dahin noch nicht gekannt hatten - ist es so immer wieder, als würden uns kurze Augenblicke mit den Kindern neu geschenkt.

 

  • Am 28.10. waren Alexander und ich auf einem "Oasentag" der Verwaisten Eltern München mit Renata Bauer-Mehren (MIT-Institut, München). Es hat uns sehr gut getan, unserer Trauer, die im lebhaften Alltag mit zwei kleinen Kindern zur Zeit kaum Platz hat, Raum zu geben. Julia und Tobias fehlen einfach immer, doch die Tränen und der Schmerz, diesem Gefühl Ausdruck zu geben, haben momentan meist keine Zeit. Ich empfinde es jedoch oft als Entlastung, weinen und klagen zu können - auch nach 3 Jahren und 4 Monaten. Es fühlt sich nicht richtig an, die Trauer einzusperren oder aus meinem Leben auszuklammern, sei es nur aus Zeitgründen.

    Julia und Tobias sind mir in meiner gelebten Trauer wieder in Stück näher. Denn die Träume, in denen sie mich besuchen, sind seltener geworden. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr sie mir fehlen... meine beiden großen Kleinen....

     

  

 
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Stand: 03. Februar 2012

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