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Seit Amelies Geburt am 25.11.2003 dürfen wir wieder als Familie leben. Sie ersetzt weder Julia noch Tobias und sie hat unsere Trauer auch nicht von einem auf den anderen Moment verschwinden lassen - wie manche meinen - aber sie gibt unserem Leben wieder einen tieferen Sinn, eine Aufgabe und ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt! Nun sind Julia und Tobias schon über 8 Jahre tot. Nach wie vor unfassbar, unbegreiflich. Manchmal denke ich: "Jetzt reicht es! Wir habe genug getrauert, wir haben begriffen, wie sehr es wehtut, wie einzigartig unsere Kinder waren! Doch sie kommen nicht mehr wieder - NIE MEHR. Wir werden lernen müssen, unser Leben mit der Trauer zu leben. Sie ist ein Teil von uns, von unserem Leben. Einige Zeilen einer uns bekannten, selbst betroffenen Mutter, die mich sehr berührt haben:
"Frühling war für
mich immer die wunderbarste Jahreszeit, seit ich denken kann - das aufstehen
fällt um vieles leichter, irgendwie lebt es sich einfach leichter - jede Menge
Licht, von dem man zehren kann - das trifft auch heuer zu und trotzdem ist es
für mich diesmal so viel anders als sonst - irgendwie bin ich einfach nur müde und
leer - und es ist so viel schwarz um mich - der tag kostest mich zu viel kraft,
die Nächte bringen nicht die nötige Erholung! Tom fehlt mir unsagbar - diese
körperlichen Entzugserscheinungen sind so entsetzlich unmenschlich! ich habe für
mich gemerkt, dass ein sehr belastender Faktor dabei die Tatsache ist, dass den
Grund für meinen "Zustand" wohl niemand mehr nachvollziehen kann - wie sollte
das möglich sein, es ist sogar für mich selbst beinahe nicht mehr zu verstehen!
wieso hat man in seinem kopf, dass es irgendwann wohl wieder gut sein muss? ich
komme mir irgendwie vor, als stünde ich unter Erklärungsnotstand auch vor mir
selber - fast hab ich deswegen ein schlechtes Gewissen!!! Es ist schon alles
gesagt!!!! Millionen Male in diesen 4 Jahren habe ich gesagt und gedacht, dass
meine Trauer "Schuld" an ....irgendwas ist, der Grund an so vielen Dingen....,
mittlerweile lässt es meine Umwelt gähnen! Und i c h kann es vor allem nicht
mehr hören!!! Verstehst du Dagmar, m i r reicht es jetzt - ich möchte wieder
normal leben können/dürfen - wenn es sein muss, oberflächlich wie ein stück
Treibholz!!! Ich hasse diesen Zustand - immer die Trauer in meinem Genick! ohne
Vorwarnung schlägt sie zu!!! Ich bin diese Angriffe leid - diese Schwere in mir!
Diese Hilflosigkeit, diese Aussichtslosigkeit, dass es je vergeht! Ich habe es
gewagt, durch die Hölle zu gehen - ich hab den Kampf mit meiner Trauer
aufgenommen, ich hatte den mut dazu und soviel kraft rein gesteckt - ich habe
ausgeschöpft was möglich ist - verstehst du Dagmar, mehr kann ich nicht erwarten
und trotzdem ist soviel übrig geblieben, was "unheilbar" ist, was bleibt!
Es ist
ein Elend! ("Höllischetrauerliebe"!!")
die Erinnerungsecke im Wohnzimmer
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